Der Liedermacher und Sänger "Reinhard Mey" berichtet über seinen ersten Anlauf nach Griechenland zu Reisen:

Vielmehr sagen, das ein Platz, der  ohne Schlagbohrer und ohne Tremmhexe auskommt, das das etwas Idyllisches haben muss, so ein Platz, etwas Paradiesisches und wenn ich diese Paradiesvorstellung noch etwas anderes paradiesisches hinzufügen wollte, wenn ich also noch einen draufgebe, dann würde ich sagen, dann müsste dieses geräuscharme Paradies irgendwo im Ägäischen Meer liegen. Das liegt wiederum daran, das ich 1965 auf den Hauptbahnhof von Hamm einen griechischen Arbeiter getroffen habe, der mich zu einem Kaffe eingeladen hat, weil er jemanden suchte, den er von zu Hause erzählen konnte und ich habe ihm zugehört.  

Nachdem was er mir erzählt hatte, habe ich mir immer gewünscht, da auch einmal hinzukommen; es hat einfach nie geklappt, es hat nie so richtig funktioniert und ich brauchte noch einen zweiten Anlauf  um daran erinnert zu werden an den Wunsch dorthin zukommen, es war 1977 da war ich mit meiner Tournee Familie und mit meiner Frau auf Tournee - also meine Frau war nicht meine Frau - wir haben zwischendurch, also zwischen zwei Konzerten, haben wir gedacht, wir müssen so zwischendurch einmal heiraten, es hat auch  geklappt, wir haben also zwischen zwei Konzerten geheiratet und am Abend wollten wir natürlich auch ein Hochzeitsessen. Und wie sich das gehört, dann sind wir nach dem Konzert beim Griechen gelandet, und wer schon einmal bei Griechen gefeiert hat, der weis  nach einer Weile fliegen  die Wogen hoch, die Teller fallen tief, es war ein rauschendes Fest und es war ohne Übertreibung eine meiner aller schönsten Hochzeiten überhaupt; und als ich im Morgengrauen das Lokal verlassen wollte, gestützt von meiner Frau und meiner Tournee Familie, da wollte ich natürlich auch noch bezahlen, da sagte der Wirt hier gibt´s nichts zu bezahlen, ihr seid meine Gäste gewesen und in dem umnebelten Kopf habe ich damals schon gesagt , "Reinhard jetzt musst du endlich einmal dahin fahren wo diese Leute herkommen die wildfremde dahergelaufenen Liedermacher zu ihrer eigenen Hochzeit einladen" und vor zwei Jahren hat es dann endlich geklappt und ich habe sie entdeckt auf einer kleinen Kykladeninsel und sie haben mich so verzaubert das ich mir gewünscht habe, mich bei Ihnen in ihrer eigen Sprache bedanken zu können und als ich wieder zu Hause war habe ich gleich angefangen griechisch zu lernen und inzwischen weis ich jetzt, das ich es nie perfekt können werde, aber inzwischen reicht es, einen kleinen Refrain zu schreiben zu können und zu singen über vielleicht wichtigen Dinge im Leben, nicht nur auf den Kykladeninseln, 
Drei Stühle -
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tris karekles   „

Ein Eisenofen steht mitten im Raum,
Rot glühend, doch du spürst ihn kaum,
Die Abendkühle kriecht über den Steinboden herein.
Ein dürrer Rauch steigt zur Decke empor,
Ein kühn geschwungenes Ofenrohr,
Die nackte GIühbirne taucht den Raum in fahlen Schein.

Ein alter Fernseher flackert schwarzweiß.
Die Männer sitzen verstreut im Kreis
Und immer in diesem Gebilde aus drei Stühl'n:
Einen, da steh'n die Füße drauf,
Einen, da lehnt der Arm sich auf,
Den dritten, zum drauf Sitzen, um sich im Gleichgewicht
Zu fühl'n.
(REFRAIN)

Mit dem verwitterten Gesicht,
Kiriakis, der nie ein Wort spricht,
Der seinen Arm beim Dynamitfischen verlor,
Der wie ein Gummiball hüpft und springt,
Wenn nur ein Ton Musik erklingt.
Und wirft den leeren Ärmel im Triumph empor.

Gianis weiß längst über dich Bescheid
Und breitet seine Arme weit,
Ohne ein Wort von deiner Sprache zu versteh'n.
Durch Brillengläser, die so blind
Wie Glas im Meer geworden sind,
Kann er dir tief bis auf den Grund der Seele seh'n.

Da ist kein Mißtrauen, da ist kein Neid.
Und da ist Frieden, da ist Zeit.
Der Wirt, der mit den dicken Kaffeetassen klirrt.
Nichts ist Berechnung, nichts bedacht,
Alles aus Freundlichkeit gemacht,
Das ist ein Ort, an dem Dein Herz gesunden wird.

Blau-weißes Tischtuch, frisches Brot,
Leise tuckerndes Fischerboot,
Ein Teller Apfelscheiben und ein Becher Wein.
Vielleicht bleib' ich irgendwann hier -
Jedenfalls arbeit' ich schon an mir,
Um auch mit nur drei Stühlen zufrieden zu sein!

Eines Tages werd' auch ich
Nicht mehr als drei Stühle
Zu meinem ganzen Glück brauchen:
Einen, um meine Arme draufzulehnen,
Einen, um meine Füße draufzustellen,
Und einen, und einen... zum drauf Sitzen!